Kurz gesagt: Seit dem 30. Juni 2026 führt Shopify keine Scripts mehr aus. Wer Rabatte, Versandkosten oder Zahlungsarten über den Script Editor gesteuert hat, muss diese Logik auf Shopify Functions umziehen – sonst fällt sie still aus. Shopify migriert nichts automatisch für dich.
Über Jahre waren Shopify Scripts das Standard-Werkzeug, um den Checkout von Shopify-Plus-Shops individuell anzupassen. Damit ist jetzt endgültig Schluss. In diesem Guide erfährst du, was genau passiert ist, was das für deinen Shop bedeutet und wie du sauber auf Shopify Functions umsteigst.
Was waren Shopify Scripts?
Shopify Scripts waren kleine, in Ruby geschriebene Programme, die du über die Script-Editor-App direkt in den Checkout eingebunden hast – exklusiv für Shopify Plus. Sie kamen in drei Varianten:
- Line-Item-Scripts – Rabatte und Preislogik im Warenkorb (z. B. „3 für 2″, Mengenrabatte, automatische Aktionen).
- Versand-Scripts – individuelle Versandkosten und -regeln (z. B. Gratisversand ab Bestellwert, versteckte Methoden).
- Zahlungs-Scripts – Zahlungsarten ein- und ausblenden, umbenennen oder sortieren.
Der Zeitplan: Was am 30. Juni 2026 passiert ist
Shopify hat die Abschaltung zweimal verschoben – der Juni-2026-Termin war aber final und wurde nicht mehr bewegt.
| Datum | Was passiert(e) |
|---|---|
| 28. August 2025 | Ursprüngliche Deadline – nachträglich verschoben |
| 15. April 2026 | Scripts konnten nicht mehr bearbeitet oder neu veröffentlicht werden |
| 30. Juni 2026 | Scripts werden nicht mehr ausgeführt – das endgültige Aus |
Was passiert, wenn du nicht migriert hast?
Das Tückische am Script-Aus: Es stürzt nichts sichtbar ab. Deine Anpassungen greifen einfach nicht mehr – lautlos.
- Individuelle Rabatte werden nicht mehr angewendet.
- Versandkosten fallen auf die Shopify-Standardwerte zurück.
- Ausgeblendete Zahlungsarten tauchen im Checkout wieder auf.
Im schlimmsten Fall verkaufst du tagelang mit falschen Preisen oder Versandkosten, ohne es zu bemerken. Wenn dein Shop noch betroffen ist, ist das also kein Projekt für „irgendwann“, sondern ein Notfall.
Shopify Functions – der Nachfolger
Die Logik, die früher in Scripts lag, gehört jetzt in Shopify Functions. Statt interpretiertem Ruby laufen Functions als kompilierte WebAssembly-Module direkt in Shopifys Infrastruktur: schneller (Ausführung unter 5 ms), stabiler und tief in den modernen Checkout (Checkout Extensibility) integriert.
Wichtig zur Verfügbarkeit: Fertige Apps aus dem App Store, die auf Functions basieren, kannst du auf jedem Plan nutzen. Eigene (custom) Functions setzen weiterhin Shopify Plus voraus.
Deine drei Wege zur Migration
| Weg | Wann sinnvoll |
|---|---|
| Native Shopify-Funktion | Einfache Rabatte, die Shopify heute direkt im Admin abbildet |
| App aus dem App Store (Functions-basiert) | Standardfälle wie Staffelpreise, Bundles oder B2B-Preise |
| Eigene Shopify Function | Individuelle, geschäftsspezifische Logik – Entwicklung nötig (Plus) |
Welcher Weg passt, hängt davon ab, was dein Script tatsächlich getan hat. Oft ist es eine Mischung: Ein Teil lässt sich nativ oder per App lösen, der Rest braucht eine eigene Function.
So gehst du Schritt für Schritt vor
- Bestandsaufnahme: In deinem Shopify-Admin unter Apps → Script Editor auf „Replace Shopify Scripts“ klicken. Der Customizations-Report listet jedes aktive Script samt empfohlener Ersatz-App oder Function.
- Pro Script entscheiden: native Funktion, App oder eigene Function?
- Auf einem Dev-Store nachbauen und gründlich testen – jede Rabatt-, Versand- und Zahlungsregel.
- Kontrolliert live schalten und die ersten Bestellungen eng überwachen.
Wie viel Aufwand steckt dahinter?
Realistisch solltest du für 5–15 Scripts rund 8–14 Wochen einplanen – inklusive Scoping, Entwicklung, QA auf einem Testshop und einem überwachten Go-live. Bis zum 30. Juni konnten Scripts und Functions noch parallel laufen; dieses Sicherheitsnetz ist jetzt weg. Umso wichtiger ist ein sauberer, getesteter Umstieg statt Schnellschuss. Mehr dazu, wie wir bestehende Shops weiterentwickeln, findest du auf unserer Seite zur Shopify Shop-Optimierung.
Fazit
Das Ende von Shopify Scripts ist kein „Wartungsthema“, sondern betrifft direkt Umsatz und Checkout-Qualität. Wenn du auf Shopify Plus mit Scripts gearbeitet hast, gilt: prüfen, was noch aktiv war, und die Logik sauber in Shopify Functions überführen.
Als Shopify Agentur in Österreich begleiten wir dich dabei – von der Bestandsaufnahme über die Entwicklung bis zum getesteten Go-live.
Brauchst du Hilfe?
Du bist unsicher, ob dein Checkout betroffen ist, oder willst die Migration nicht selbst stemmen? Als Shopify-Plus-Agentur aus Österreich übernehmen wir Analyse, Umbau und Testing.
Häufige Fragen zum Ende von Shopify Scripts
Wann wurden Shopify Scripts abgeschaltet?
Endgültig am 30. Juni 2026. Bereits seit dem 15. April 2026 ließen sich Scripts nicht mehr bearbeiten oder neu veröffentlichen.
Was passiert mit meinem Shop, wenn ich nicht migriert habe?
Die Logik aus deinen Scripts greift nicht mehr – lautlos. Rabatte werden nicht angewendet, Versandkosten fallen auf Standardwerte zurück und ausgeblendete Zahlungsarten erscheinen wieder.
Was ersetzt Shopify Scripts?
Shopify Functions – kompilierte WebAssembly-Module, die als Teil der Checkout Extensibility direkt in Shopifys Infrastruktur laufen.
Brauche ich Shopify Plus für Shopify Functions?
Für fertige App-Store-Apps auf Functions-Basis nicht – die laufen auf jedem Plan. Eigene, individuell entwickelte Functions setzen Shopify Plus voraus.
Wie lange dauert die Migration von Scripts zu Functions?
Je nach Komplexität. Für 5 bis 15 Scripts sind 8 bis 14 Wochen realistisch, inklusive Test und Go-live.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026.